In mehreren deutschen Großstädten wie München, Frankfurt am Main und Berlin liegen die Mieten für Neubauwohnungen aktuell bei rund 20 Euro pro Quadratmeter. Der Mieterverein Düsseldorf erklärt, ab wann eine Miete als überhöht oder als Mietwucher gilt und welche rechtlichen Schritte möglich sind.
Mietspiegel als Grundlage
In Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern gibt es einen örtlichen Mietspiegel. Dieser kann online bei Stadtverwaltungen oder Mietervereinen eingesehen werden und dient als Maßstab für die Berechnung oder Erhöhung von Mieten. Über sogenannte Mietspiegelrechner lässt sich feststellen, ob die eigene Miete über dem ortsüblichen Wert liegt. Solche Online-Tools werden von Städten, Mietervereinen, Parteien oder Immobilienanbietern angeboten. Interessierte finden weiterführende Erläuterungen zur Methodik und Bedeutung des Mietspiegels auf mietspiegeltabelle.de – Ortsübliche Vergleichsmiete.
Unterschied zwischen Mietpreisüberhöhung und Mietwucher
Laut Claus Nesemann, Geschäftsführer des Mietervereins Düsseldorf, spricht man von Mietwucher, wenn die ortsübliche Miete um mehr als 50 Prozent überschritten wird und der Vermieter zusätzlich eine Zwangslage des Mieters ausnutzt. Eine Mietpreisüberhöhung liegt vor, wenn die Vergleichsmiete um mehr als 20 Prozent überschritten wird und der Vermieter eine Mangellage auf dem Wohnungsmarkt ausnutzt. Juristisch gilt die Mietpreisüberhöhung als Ordnungswidrigkeit, Mietwucher hingegen als Straftat.
Nachweis einer Wohnungsnotlage
Wer Mietwucher vermutet, muss belegen können, dass eine Notlage bestand und keine Alternativen zum Vertragsabschluss zu den geforderten Konditionen vorhanden waren. Geeignete Nachweise können sein:
- Bewerbungen auf zahlreiche Wohnungen
- Ablehnungen von Vermietern
- Belege über geringes Wohnungsangebot
- Zeitdruck, etwa durch Trennung oder Zwangsräumung
Vorgehen bei Mietpreisüberhöhung
Liegt die Miete mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, können Mieter das Wohnungsamt informieren. Einige Städte wie Frankfurt am Main und Hamburg haben dafür Meldeportale eingerichtet. Für die Kontaktaufnahme bieten Mietervereine Musteranschreiben an. Wichtige Unterlagen sind Mietvertrag, letzte Mieterhöhung, Angaben zur Wohnung, Informationen zur Vergleichsmiete und Nachweise zur Wohnungssuche. Zusätzlich kann ein Online-Tool zur Einschätzung helfen – unter anderem bietet der Mietspiegel Deutschland Überblick auf mietspiegeltabelle.de eine Übersicht über aktuelle Mietspiegelwerte in Städte und Regionen.
Schritte bei Mietwucher
Vor einer Anzeige empfiehlt Nesemann, zunächst das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Bleibt dies erfolglos, kann juristischer Beistand in Anspruch genommen werden. Anzeigen wegen Mietwucher können direkt bei der Staatsanwaltschaft erstattet werden. Gehen bei Städten entsprechende Hinweise ein, werden diese ebenfalls an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Auch Online-Tools und Apps bieten die Möglichkeit, sowohl Mietpreisüberhöhungen als auch Mietwucher zu melden.