Ein neuer Bericht des Maklerunternehmens Von Poll Immobilien liefert eine Bestandsaufnahme zum Angebot hochpreisiger Wohnimmobilien in Deutschland. Die Datenauswertung basiert auf Zahlen der amtlichen Gutachterausschüsse für das Jahr 2024, die teilweise gesondert abgefragt wurden. Der Bericht untersucht, in welchem Verhältnis Immobilien im Wert von mehr als drei Millionen Euro zum jeweiligen Gesamtangebot stehen.
Nach Angaben des Unternehmens verzeichnet Heidelberg den bundesweit höchsten Anteil solcher Objekte. Demnach entfallen 3,1 Prozent des gesamten lokalen Angebots auf Immobilien oberhalb dieser Preisschwelle. Damit liegt die Stadt nach der Analyse deutlich vor klassischen hochpreisigen Standorten.
Anteil hochpreisiger Objekte in Städten
In der Auswertung folgen auf Heidelberg unter anderem München, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main. Zwar meldet München das größte absolute Volumen an Immobilien oberhalb der Drei-Millionen-Euro-Marke, doch reicht dieser Wert im Verhältnis zum Gesamtmarkt nicht aus, um im Ranking ganz oben zu stehen.
Auch mehrere kleinere und mittelgroße Städte sind unter den ersten zehn Plätzen vertreten. Dazu gehören Baden-Baden, Karlsruhe und Freiburg im Breisgau. Von Poll Immobilien ordnet der Analyse zufolge diesen Standorten eine wachsende Bedeutung im Premiumsegment zu.
Einschätzungen des Maklerunternehmens
Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter von Von Poll Immobilien, erklärte laut Bericht, dass regionale Faktoren eine wichtige Rolle spielten. Hochpreisiges Wohnen sei nicht nur in Metropolen zu finden, sondern zunehmend auch in wirtschaftlich starken Mittelstädten.
Auffällig ist laut den Daten auch das Segment oberhalb von fünf Millionen Euro. Hier erreicht Heidelberg ebenfalls einen prozentual höheren Anteil als die großen Städte.
Teuerste Straße und Durchschnittspreise
Neben der Marktverteilung befasst sich die Analyse mit besonders hochpreisigen Lagen. Für das Jahr 2024 weist das Unternehmen den Hobokenweg in Kampen auf Sylt als teuerste Straße in Deutschland aus, gemessen am durchschnittlichen Kaufpreis pro Objekt. Der Bericht nennt hierfür einen Durchschnittswert von 13 Millionen Euro.
In München-Bogenhausen liegt die Pienzenauerstraße mit durchschnittlich 9,1 Millionen Euro auf dem zweiten Platz. Unter den Städten ab 100.000 Einwohnern wird der Philosophenweg in Heidelberg-Neuenheim/Heiligenberg als führende Adresse genannt.
Quadratmeterpreise in Großstädten
Für Großstädte listet die Untersuchung zudem die durchschnittlichen Quadratmeterpreise im Premiumsegment. Hier führt München mit rund 15.100 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen Frankfurt am Main mit 10.900 Euro und Hamburg mit 10.800 Euro. Der Abstand zwischen München und den weiteren Städten beträgt demnach mehr als 30 Prozent.
Entwicklung des Marktes seit 2021
Der Bericht geht auch auf die Entwicklung der vergangenen Jahre ein. Der Markt für hochpreisige Häuser und Wohnungen verzeichnete zwischen 2021 und 2023 einen Rückgang beim Transaktionsvolumen. Dies betraf insbesondere Eigentumswohnungen. Seit 2024 steigt die Zahl der Transaktionen jedoch wieder leicht an, ebenso der Umsatz in den entsprechenden Marktsegmenten.
Kontext: Mietspiegel und Marktdaten
Zur Einschätzung der allgemeinen Miet- und Wohnkostenlage kann der Mietspiegel Heidelberg herangezogen werden. Die Übersicht liefert Informationen zur ortsüblichen Vergleichsmiete und ergänzt damit die Analyse hochpreisiger Kaufobjekte.
Darüber hinaus bietet Mietspiegel München einen Einblick in die Mietentwicklung einer der teuersten Großstädte im Land. Ein Vergleich der Daten verdeutlicht die Differenz zwischen Miet- und Kaufpreisniveau in verschiedenen Regionen.
Erweiterung des Angebots außerhalb der Metropolen
Die Auswertung zeigt, dass hochpreisige Objekte nicht mehr ausschließlich in bekannten Luxusregionen oder Großstädten zu finden sind. Käufer mit Budgets im mehrstelligen Millionenbereich können laut Analyse zunehmend auch in kaufkräftigen Mittelstädten ein breiteres Angebot erwarten, vor allem im südwestdeutschen Raum.