Wohnimmobilienpreise steigen weiter

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im dritten Quartal erneut zugelegt. Zwischen Juli und September lagen sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 3,3 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Damit verzeichneten Wohnimmobilien den vierten Quartalsanstieg in Folge, nachdem die Preise zuvor seit Ende 2022 rückläufig gewesen waren.

Im Vergleich zum zweiten Quartal erhöhten sich die Preise um 1,0 Prozent. Der Zuwachs im dritten Quartal fiel etwas stärker aus als im Frühjahr mit 3,1 Prozent, blieb jedoch unter dem Anstieg von 3,5 Prozent im ersten Quartal des Jahres.

Einordnung durch Marktbeobachter

Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, erklärte, der aktuelle Preisanstieg sei teilweise als Normalisierung nach den Rückgängen der Jahre 2023 und 2024 zu sehen. Er verwies dabei auf einen Mangel an Wohnraum, der durch Zuwanderung verstärkt worden sei. Zudem erklärte Krüger, Maßnahmen der Bundesregierung zur Beschleunigung des Wohnungsbaus könnten dazu beitragen, das Angebot auszuweiten.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Wohnkosten werden in Deutschland auch Mietspiegel für verschiedene Städte veröffentlicht, die durchschnittliche Mietpreise je nach Lage und Wohnungsgröße aufschlüsseln und damit die regional unterschiedlichen Mietniveaus abbilden (Beispiele dazu finden sich in den örtlichen Mietspiegeln).

Regionale Unterschiede bei Häusern und Wohnungen

Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich im Durchschnitt besonders in städtischen Kreisen mit einem Plus von 3,6 Prozent sowie in kreisfreien Großstädten mit 3,5 Prozent. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen lag der Anstieg bei 3,2 Prozent.

Bei Eigentumswohnungen zahlten Käufer in städtischen Kreisen durchschnittlich 4,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In kreisfreien Großstädten betrug der Anstieg 5,0 Prozent. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen erhöhten sich die Preise um 2,6 Prozent, während in dicht besiedelten ländlichen Kreisen ein Plus von 5,5 Prozent verzeichnet wurde.

In vielen deutschen Städten spiegeln aktuelle Mietspiegel die Angebotspreise wider und zeigen, wie unterschiedlich die Mietpreise regional ausfallen können, etwa zwischen Metropolen und ländlichen Gemeinden.

Entwicklung in den größten Städten

In den sieben größten deutschen Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Durchschnitt um 2,7 Prozent. Eigentumswohnungen verteuerten sich dort um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Daten zeigen damit auch in den großen Metropolen eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung, wenn auch mit geringeren Zuwachsraten als in einigen anderen Regionen.

Ausblick laut Analystenumfrage

Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Immobilienanalysten wird für die kommenden Jahre mit weiter steigenden Preisen gerechnet. Demnach erwarten die befragten Fachleute für 2025 einen Anstieg von 3,5 Prozent, für 2026 ein Plus von 3,4 Prozent und für 2027 einen Zuwachs von 3,2 Prozent.

Im selben Zeitraum dürfte die allgemeine Inflationsrate laut Umfrage bei rund zwei Prozent liegen. Die prognostizierte Entwicklung würde damit an die Erholung anschließen, die nach dem stärksten Preisrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt eingesetzt hat. Zwischen Anfang 2022 und 2024 waren die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland insgesamt um rund 13 Prozent gesunken.