Alternde Eigentümer belasten regionale Immobilienmärkte

In Regionen mit vielen älteren Immobilieneigentümern kann der Wohnungs- und Häusermarkt unter Druck geraten. Hintergrund ist nach Darstellung des Immobiliendienstleisters Jasaca, dass mit zunehmendem Alter der Eigentümer perspektivisch mehr Objekte auf den Markt kommen können. Wenn Erben Häuser oder Wohnungen nach einem Erbfall zügig verkaufen wollen, steigt das Angebot.

Nach den Auswertungen von Jasaca betrifft dieses Risiko vor allem Regionen, in denen zugleich nur wenige jüngere Familien nachrücken. Dort kann ein wachsendes Angebot auf eine begrenzte Nachfrage treffen. Das kann sich auf die Preisentwicklung von Wohnimmobilien auswirken.

Altersstruktur in ländlichen Regionen besonders auffällig

Laut Jasaca ist der Anteil von Immobilieneigentümern aus den Geburtsjahrgängen 1948 bis 1964 insbesondere in ländlichen Gebieten hoch. In diesen Regionen ist die Eigentümerstruktur demnach im Schnitt älter als in vielen Ballungsräumen.

Besonders deutlich zeigt sich das laut der Untersuchung in Ostdeutschland außerhalb größerer Städte. Im Landkreis Uckermark liegt der Anteil dieser Eigentümergruppe laut Jasaca bei 48 Prozent. Der Bundesdurchschnitt beträgt demnach 32 Prozent. Auch in Westdeutschland gibt es Regionen mit hohen Werten. Für den Ennepe-Ruhr-Kreis nennt die Analyse eine Quote von 45 Prozent.

Sanierungsbedarf kann zusätzliche Kosten verursachen

Hinzu kommt nach Angaben im Bericht, dass bei Immobilien älterer Eigentümer häufig ein Sanierungsstau entstanden ist. Genannt werden dabei unter anderem Modernisierungen, die über längere Zeit nicht umgesetzt wurden. Das kann den Zustand der Gebäude und den Investitionsbedarf für Käufer beeinflussen.

Als ein Grund wird angeführt, dass ältere Eigentümer es oft schwer haben, Kredite von Banken zu erhalten. Zudem können sich umfangreiche Sanierungsmaßnahmen aus ihrer Sicht wirtschaftlich weniger lohnen. Für Kaufinteressenten bedeutet das: Objekte in solchen Regionen können zwar zu vergleichsweise niedrigen Preisen angeboten werden, zugleich kann aber ein erheblicher Modernisierungsaufwand anfallen.

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Preisgünstiger Einstieg, aber begrenzte Perspektive

Die Investitionen in eine Modernisierung können den Wert einer Immobilie zunächst erhöhen. Langfristig bleibt laut dem Bericht aber das Risiko bestehen, dass die Preise in betroffenen Regionen sinken. Das gilt demnach vor allem dort, wo bereits heute ein hoher Leerstand besteht.

Kaufinteressenten sollten deshalb nicht nur auf den Kaufpreis achten, sondern auch auf die demografische Struktur des jeweiligen Landkreises. Entscheidend ist nach dem Bericht, ob künftig ausreichend Nachfrage vorhanden sein dürfte oder ob ein wachsendes Angebot auf einen schwächeren Markt trifft.

Touristische Regionen können sich anders entwickeln

Eine hohe Quote älterer Eigentümer muss nach der Darstellung im Bericht nicht in jedem Fall gegen einen Immobilienkauf sprechen. Als wichtiger Prüffaktor wird genannt, ob ein Landkreis wegen seiner touristischen Attraktivität als bevorzugte Region für Altersruhesitze gilt.

In solchen Fällen kann die Altersstruktur auch anders eingeordnet werden. Dann könnte die hohe Quote älterer Eigentümer eher auf eine anhaltende Nachfrage nach Wohnraum im Ruhestand hinweisen. Für Interessenten bleibt damit die regionale Einzelfallprüfung entscheidend. Dabei kann auch ein Blick auf den Mietspiegel als ergänzende Orientierung hilfreich sein.