Der Anteil von Wohnungen, die mit Fertigbauteilen errichtet wurden, ist im vergangenen Jahr auf 11,5 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Bundesbauministeriums wurden rund 28.400 Wohnungen in Fertigteilbauweise gebaut – ein Anstieg gegenüber etwa 20.000 Einheiten zehn Jahre zuvor.
Das Ministerium sieht in der seriellen Bauweise ein strategisches Instrument zur Beschleunigung des Wohnungsbaus. Vorproduzierte Bauteile ermöglichen eine industrielle Fertigung und sollen angesichts des bestehenden Wohnraumbedarfs von jährlich rund 320.000 neuen Einheiten bis 2030 eine Rolle beim Ausbau des Angebots spielen. Auch die Bundesbauministerin betont, Neubauten sollten Mietpreise unter 15 €/m² ermöglichen, ein Ziel, das angesichts bestimmter Städte mit durchschnittlichen Neubau-Mieten über dieser Marke diskutiert wird.
Zunahme auch bei serieller Sanierung
Neben dem Neubau nimmt auch die serielle Sanierung laut Ministeriumsangaben an Bedeutung zu. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Anteil dieser Methode von zwei Prozent im Jahr 2022 auf über 23 Prozent im Jahr 2024. Dabei werden vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente eingesetzt.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht im seriellen Bauen Potenzial für schnell umsetzbare Bauprojekte, Nachverdichtung und energetische Modernisierung. Projekte in Städten wie Mannheim und Berlin zeigen den verstärkten Einsatz dieser Bauweise. In einem Mannheimer Stadtteil wurden rund 360 neue Wohnungen durch serielle Fertigung errichtet.
Wohnungswirtschaft rechnet mit weiterem Wachstum
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW prognostiziert, dass künftig 20 bis 25 Prozent aller Neubauten seriell errichtet werden könnten. Laut GdW‑Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser habe sich die modulare Bauweise bereits etabliert.
Gleichzeitig verweist die Branche auf bestehende Herausforderungen: Öffentliche Ausschreibungen nähmen häufig zu viel Zeit in Anspruch. Zudem gebe es Unterschiede bei rechtlichen Vorgaben zwischen den Bundesländern, was Planungs- und Bauprozesse erschwere. In Großstädten wie Hamburg liegen die durchschnittlichen Bestandsmieten inzwischen bei etwa 15 €/m² – ein Hinweis auf die Mietpreisdynamik in städtischen Ballungsräumen.
Baubranche weiterhin unter Druck
Trotz Fortschritten beim Fertigbau bestehen in der Branche strukturelle Probleme. Steigende Baukosten, Schwierigkeiten bei der Finanzierung, Fachkräftemangel sowie bürokratische Hürden belasten zahlreiche Projekte.
Laut dem Ifo‑Institut hat sich die Stimmung im Wohnungsbau im Juni verbessert. Der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel ging von 51,0 auf 47,9 Prozent zurück. Das Institut spricht in diesem Zusammenhang von ersten Anzeichen einer Stabilisierung nach einer längeren Phase angespannter Lage.