Hohe Wohnkosten belasten viele Haushalte in Bremen

In Bremen und Bremerhaven haben im Jahr 2024 rund 224.000 Menschen so geringe verfügbare Einkommen nach Abzug der Wohnkosten, dass sie laut einer Studie des Paritätischen Gesamtverbandes unter die Armutsgrenze fallen. Der Verband bezeichnet diesen Zustand als „Wohnarmut“. Den Daten zufolge betrifft dies gut ein Drittel der Bevölkerung im Land Bremen. Eine Übersicht zu regionalen Mietniveaus findet sich auch im Mietspiegel Bremen.

Die Berechnung berücksichtigt Warmmiete und Stromkosten. Für zahlreiche Haushalte sinkt dadurch das frei verfügbare Einkommen unter die definierte Armutsgrenze.

Betroffene Gruppen laut Studie

Laut Studie sind mehrere Bevölkerungsgruppen besonders häufig betroffen:

  • junge Erwachsene unter 25 Jahren
  • Menschen über 65 Jahre
  • Familien mit mehreren Kindern
  • Alleinerziehende

Der Paritätische Gesamtverband ordnet diese Entwicklungen als Hinweis darauf ein, dass Wohnkosten einen wesentlichen Einfluss auf die Einkommenssituation haben. Vergleichbare regionale Belastungen werden für verschiedene Städte dargestellt, etwa im Mietspiegel.

Einschätzungen des Paritätischen Gesamtverbandes

Der Bremer Landesvorsitzende Joachim Schuster erklärte, die Ergebnisse seien ein Hinweis darauf, dass Wohnkosten Armut verstärken. Wohnen sei zu einem Faktor geworden, der die wirtschaftliche Lage vieler Haushalte erheblich beeinflusse. Schuster bezeichnete zudem die Verlängerung der Mietpreisbremse in Bremen als „gutes und wichtiges Signal“.

Nach seiner Einschätzung reichen die bestehenden Maßnahmen jedoch nicht aus. Schuster sprach sich für eine weitergehende Förderung bezahlbaren Wohnraums sowie geringere Belastungen für Mieterinnen und Mieter aus. Zusätzliche Mietspiegelinformationen zu umliegenden Regionen – darunter Bremerhaven – zeigen ebenfalls hohe Wohnkostenquoten.

Hintergrund zu früheren Entwicklungen

Bereits frühere Auswertungen des Verbandes hatten ergeben, dass ein erheblicher Anteil der Bremer Bevölkerung einen großen Teil des Einkommens für Miete oder Kreditraten aufwendet. Dies wurde in einer Analyse aus dem Jahr 2024 ebenfalls thematisiert.

Auch die Diskussion über Maßnahmen zur Kostensenkung im Wohnungsbau – der sogenannte „Bremer Weg“ – ist Teil der laufenden wohnungspolitischen Debatten. Dabei geht es unter anderem um mögliche Abstriche bei Bauvorgaben, um günstigere Baukosten und niedrigere Mieten zu erreichen.

Weitere politische Forderungen im Zusammenhang mit Wohnraum

In Bremen wird regelmäßig über zusätzliche Schritte diskutiert, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dazu gehört unter anderem der Vorschlag der Bremer Linken aus dem Jahr 2025, leerstehende Immobilien stärker zu regulieren oder zu übernehmen, um mehr Wohnraum nutzbar zu machen. Außerdem wurde die Einrichtung einer Meldestelle für hohe Mieten vorgeschlagen.