Immobilienpreise steigen nur noch leicht

Die Kaufpreise für Immobilien in Deutschland legen weiter zu, allerdings mit deutlich geringerer Dynamik als im Vorjahr. Das zeigt der neue Trendindikator des Immobilienfinanzierers Dr. Klein für das zweite Quartal 2025.

Demnach sind die tatsächlich gezahlten Preise für Häuser und Wohnungen in den größten deutschen Städten im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres nur noch leicht gestiegen. Laut Roland Lenz von Dr. Klein in Stuttgart sei die Nachfrage dennoch hoch: „Momentan geht an Immobilien alles über den Tisch.“

Kredite ziehen wieder an

Seit der Trendwende im Sommer 2024 steigen die Preise wieder, nachdem sie in den Jahren zuvor infolge der Zinswende deutlich gefallen waren. Auch das Kreditvolumen zieht an: Laut dem Analysehaus Sprengnetter legten die Wohnungsbaukredite innerhalb eines Jahres um rund 18 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro zu.

Christian Sauerborn, Chefanalyst bei Sprengnetter, erklärte: „Vor dem Hintergrund günstiger Rahmenbedingungen – stabile Zinssätze für die Baufinanzierung, ungebrochene Nachfrage nach Wohnimmobilien und steigende Preise – ist auch mittelfristig mit einer Zunahme privater Immobilienkredite zu rechnen.“

Preissteigerungen schwächer als 2024

Während die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2024 noch im zweistelligen Prozentbereich gestiegen waren, fiel der Zuwachs zuletzt deutlich geringer aus. Ein Beispiel ist Stuttgart: Dort kostete eine Eigentumswohnung im Schnitt 3 909 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 0,89 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Häuser verteuerten sich um 1,5 Prozent auf durchschnittlich 4 167 Euro.

Stuttgart und Dortmund bilden eine Ausnahme im Bundesvergleich, da dort Häuser teurer sind als Wohnungen. In allen anderen untersuchten Großstädten gilt das Gegenteil. Trotz der jüngsten Steigerungen liegen die Preise in Stuttgart weiter unter den Rekordwerten von 2022, als Wohnungen im Schnitt 4 717 Euro pro Quadratmeter kosteten.

Höchste Preise weiterhin in München

Besonders deutlich zeigt sich die abgeschwächte Entwicklung in München. Dort stiegen die Preise für Wohnungen um 0,49 Prozent auf 7 441 Euro je Quadratmeter, Häuser verteuerten sich um 0,41 Prozent auf 5 990 Euro. Damit bleibt München die teuerste Großstadt in Deutschland.

In Frankfurt, Dortmund und Dresden wurden Immobilien im zweiten Quartal dagegen günstiger. In Frankfurt sanken die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,18 Prozent auf durchschnittlich 3 621 Euro pro Quadratmeter. In Dortmund fielen die Preise für Eigentumswohnungen um 0,57 Prozent auf 2 298 Euro. In Dresden gingen die Hauspreise um fast zwei Prozent auf 3 150 Euro zurück.

Weniger Spielraum für Preisnachlässe

Die schwächere Preisentwicklung hat Auswirkungen auf Verhandlungen. Laut einer Auswertung von Immoscout 24 und Sprengnetter sinkt der Verhandlungsspielraum beim Kauf. „In den vergangenen Jahren konnten Käufer teilweise über zwölf Prozent Abschlag vom Angebotspreis verhandeln – diese Phase extremer Preisnachlässe geht jedoch zu Ende“, sagte Immoscout-24-Geschäftsführer Daniel Hendel.

Derzeit ist der Verhandlungsspielraum in Hamburg und Köln mit zehn beziehungsweise neun Prozent am größten. In Leipzig liegt der Abschlag im Schnitt nur noch bei 3,5 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt beträgt die Differenz zwischen Angebot und gezahltem Kaufpreis sechs bis sieben Prozent, wie auch im Mietspiegel Deutschland nachvollzogen werden kann.