Mieten steigen im Frankfurter Bankenviertel auf Rekordhöhe

Die Büromieten im Frankfurter Bankenviertel  haben laut Angaben des Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL) ein Rekordniveau erreicht. Unternehmen aus der Finanz- und Beratungsbranche schließen Verträge zu höheren Preisen ab als zu Jahresbeginn. Parallel dazu steigt der Leerstand in weniger gefragten Stadtteilen.

JLL-Niederlassungsleiter Suat Kurt erklärte, die Spitzenmieten seien seit Anfang des Jahres von gut 52 Euro pro Quadratmeter auf Werte von über 60 Euro gestiegen. Banken, Kanzleien und Beratungsfirmen akzeptierten die Preise, da sie aus anderen europäischen Metropolen höhere Mietniveaus gewohnt seien.

Gegensätze auf dem Markt

Während im Bankenviertel höhere Preise erzielt werden, nimmt der Leerstand in peripheren Lagen zu. Kurt sprach von einer zweigeteilten Marktsituation, die seit dem Jahr 2020 bestehe. In Stadtbereichen wie der City-West oder Frankfurt-Niederrad stehe ein erheblicher Teil der Büroflächen leer. Nach Angaben von JLL sind Immobilien in diesen Segmenten teilweise schwer vermietbar.

Die Ursachen liegen unter anderem im verstärkten Homeoffice seit der Corona-Pandemie. Daten des Ifo-Instituts zufolge arbeitet rund ein Viertel der Beschäftigten zumindest zeitweise von zu Hause. Die Leerstandsquote der sieben größten deutschen Städte lag im Jahresverlauf bei 7,7 Prozent, in Frankfurt zuletzt bei gut zehn Prozent. Der Trend spiegelt sich auch im Mietspiegel Frankfurt wider.

Nachfrage nach hochwertigen Objekten

Unternehmen setzen verstärkt auf kleinere, hochwertige Flächen. Laut Kurt sollen moderne Büroausstattungen dazu beitragen, Beschäftigte wieder vermehrt zur Präsenzarbeit zu bewegen. Zu den nachgefragten Ausstattungen zählen unter anderem Dachterrassen, Fitnessräume, gastronomische Angebote und betriebsnahe Kinderbetreuung.

JLL führt den Anstieg der Spitzenmieten auch auf ein geringeres Angebot zurück. Größere Mietverträge, darunter ein Abschluss der Commerzbank für ein zusätzliches Hochhaus, hätten das verfügbare Flächenvolumen reduziert. Für das laufende Jahr erwartet JLL in Frankfurt eine vermietete Fläche von bis zu 600.000 Quadratmetern. Das läge deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Umwandlung zu Wohnraum stagniert

Der Markt für Umnutzungen von Büroflächen zu Wohnraum entwickelt sich laut Kurt derzeit nicht weiter. Projekte, die in den 2010er-Jahren noch häufiger umgesetzt wurden, seien aufgrund gestiegener Baukosten kaum wirtschaftlich.

Zusätzlich verweist der Beitrag darauf, dass für Wohnraum in Frankfurt im Jahr 2025 durchschnittlich etwa 17,37 Euro pro Quadratmeter verlangt werden, wie im Stadt-Mietspiegel aufgeführt wird – ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich die Marktsegmente sind.

Damit bleibt die strukturelle Trennung des Frankfurter Büromarkts bestehen: hohe Nachfrage und steigende Preise im Bankenviertel, während gleichzeitig in B- und C-Lagen wachsende Leerstände verzeichnet werden.