Der Immobilienmarkt in Deutschland verzeichnet erneut steigende Preise. Sowohl Mieten als auch Kaufpreise haben im dritten Quartal 2025 weiter angezogen. Das zeigen aktuelle Daten des Onlineportals ImmoScout24, die der WirtschaftsWoche vorliegen.
München bleibt Spitzenreiter bei Immobilienpreisen
In München zahlen Käufer für eine Eigentumswohnung im Schnitt 8200 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauten liegt der durchschnittliche Angebotspreis bei 10.465 Euro. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern kostet damit zwischen 656.000 und 837.200 Euro.
Auch die Mieten sind hoch: Je nach Wohnungstyp werden bis zu 26,16 Euro pro Quadratmeter fällig. Damit bleibt die bayerische Landeshauptstadt der teuerste Immobilienstandort in Deutschland.
Trendwende nach Preisrückgang
Nach dem Preisrückgang infolge der Zinswende 2022 hat sich der Markt für Kaufimmobilien stabilisiert. Laut ImmoScout24 sind Bestands- und Neubauwohnungen bundesweit im Jahresvergleich jeweils um zwei Prozent teurer geworden.
Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen um 4,1 Prozent bei Bestandsbauten und um 2,6 Prozent bei Neubauten. Die Mieten legten um 3 Prozent (Bestand) beziehungsweise 5,4 Prozent (Neubau) zu.
Regionale Unterschiede bei Preisentwicklung
In Hamburg verzeichneten Neubauwohnungen den größten Preisanstieg mit plus 6,1 Prozent im Jahresvergleich. In Düsseldorf stagnierten die Preise weitgehend.
Im Vergleich zum Vorquartal fällt der Anstieg der Kaufpreise bundesweit moderat aus. Im Schnitt lag das Plus bei 0,2 Prozent. In Stuttgart sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent. „Insgesamt zeigt sich der Kaufmarkt weiterhin stabil. Die Kaufnachfrage bleibt auf hohem Niveau, auch wenn sie im dritten Quartal angesichts steigender Zinsen leicht zurückgegangen ist“, erklärte ImmoScout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford.
Steigende Bauzinsen belasten Käufer
Die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Festschreibung sind von unter 3,6 Prozent im Juni auf bis zu 3,7 Prozent gestiegen. Anfang des Jahres lag der Wert noch bei etwa 3,2 Prozent.
Dieser Anstieg verteuert die monatlichen Kreditraten deutlich. Ein Darlehen über 400.000 Euro mit 3,2 Prozent Zinsen und drei Prozent Tilgung kostete zu Jahresbeginn rund 2066 Euro pro Monat. Bei 3,7 Prozent Zinsen steigt die Rate auf etwa 2200 Euro, ohne mögliche Preissteigerungen der Immobilie einzuberechnen.
Experten rechnen damit, dass sich die Bauzinsen mittelfristig im Bereich von 3,5 bis 4 Prozent bewegen werden. Käufer stehen damit unter Druck: Sinkende Immobilienpreise sind derzeit nicht in Sicht, gleichzeitig steigen die Finanzierungskosten.
Nachfrage verlagert sich ins Umland
Wegen der höheren Kosten ziehen viele Kauf- und Mietinteressenten das Umland der Metropolen oder kleinere Großstädte in Betracht. „Während die Nachfrage in den Metropolen weiterhin hoch bleibt, holen Universitätsstädte und kleinere Großstädte deutlich auf, da diese günstigere Mieten bei einem ähnlich attraktiven Wohnumfeld bieten“, so Crockford.
Im dritten Quartal stieg das Suchvolumen in kreisfreien Städten um zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im ländlichen Raum nahm die Nachfrage um vier Prozent zu, während sie in Metropolen um ein Prozent zurückging.
Neubauten treiben Mieten weiter nach oben
Besonders deutlich erhöhten sich die Neubaumieten. Im Bundesschnitt lagen sie im Jahresvergleich um 5,4 Prozent höher, in Köln betrug das Plus 8,5 Prozent. Bei Neubauten können Vermieter die Miete ohne die Einschränkungen für Bestandswohnungen festlegen.
Für Bestandswohnungen stiegen die Mieten im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent, im Jahresvergleich um drei Prozent. In München gingen die Bestandsmieten im dritten Quartal leicht um 0,2 Prozent zurück.
Trotz dieses Rückgangs bleibt das Mietniveau in der bayerischen Landeshauptstadt im bundesweiten Vergleich sehr hoch.