Mietenreport 2025 zeigt Belastung vieler Haushalte

Der Deutscher Mieterbund (DMB) hat in Berlin den Mietenreport 2025 vorgestellt. Das Dokument fasst zentrale Entwicklungen auf den deutschen Wohnungsmärkten zusammen und beschreibt die aktuelle Wohnsituation von Mieterinnen und Mietern anhand umfangreicher Datenauswertungen.

Der Bericht untersucht unter anderem, in welchem Umfang bezahlbarer Wohnraum fehlt, wie sich Wohnkosten auf Haushalte auswirken und welche Gruppen besonders belastet sind. Außerdem stellt der Report dar, wie sich Wohnverhältnisse regional unterscheiden und welche Maßnahmen aus Sicht des Verbands notwendig seien.

Auswertung zur Wohnsituation

Deutschland weist laut DMB weiterhin einen hohen Anteil an Miethaushalten auf. Im Jahr 2024 lebten demnach mehr als 52,8 % der Bevölkerung zur Miete, rund 44 Millionen Menschen in über 20 Millionen Haushalten. Die Zahl der Mietenden sei innerhalb von fünf Jahren um fast drei Millionen gestiegen.

Der Verband berichtet, die Belastung durch Wohnkosten habe in vielen Fällen zugenommen. Der Mietenreport zeigt laut DMB, dass nicht nur Haushalte mit niedrigem Einkommen betroffen seien, sondern zunehmend auch mittlere Einkommensgruppen.

Angaben zu Belastungen und Sorgen der Mietenden

Der Report nennt mehrere Kennzahlen zur finanziellen Situation von Mieterinnen und Mietern:

  • Rund 6 Millionen Personen (13,2 %) seien 2024 durch hohe Wohnkosten stark belastet.
  • Mehr als 12,8 Millionen Mietende (29 %) äußerten laut Befragung die Sorge, ihre Wohnung künftig nicht mehr finanzieren zu können.
  • Etwa 7 Millionen Menschen (16 %) befürchteten, ihre Wohnung zu verlieren.

Laut Report zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Die Mietquote liegt beispielsweise in Berlin bei 84 %, während sie in ländlichen Regionen teilweise nur 40 % erreicht. Haushalte mit Kindern hätten demnach verstärkt Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Der Einsatz eines aktuellen Mietspiegels kann Mietenden helfen, die ortsübliche Vergleichsmiete einzuschätzen.

Befunde zu Wohnverhältnissen

Laut Mietenreport leben rund 19 % der Mietenden – mehr als 8 Millionen Menschen – in überbelegten Wohnungen. Zudem seien 16 % der Bevölkerung von Wohnraum betroffen, der Mängel wie Feuchtigkeit oder Schimmel aufweist.

Der DMB ordnet diese Ergebnisse als Hinweise auf strukturelle Defizite auf den Wohnungsmärkten ein. Der Verband sieht nach eigener Darstellung sowohl bauliche als auch marktbezogene Faktoren als Auslöser. Um die eigene Wohnsituation besser einzuschätzen, kann das Instrument der ortsüblichen Vergleichsmiete von Bedeutung sein.

Positionen und Forderungen des Deutschen Mieterbundes

Der Deutsche Mieterbund leitet aus den Ergebnissen politischen Handlungsbedarf ab. Präsidentin Melanie Weber-Moritz erklärte auf der Pressekonferenz, Wohnen werde für viele Menschen zu einem finanziellen Risiko. Die geschilderten Einschätzungen sind laut Verband Bewertungen des DMB und geben dessen Position wieder.

Der Mieterbund verweist darauf, dass aus seiner Sicht bisherige Maßnahmen wie die Verlängerung der Mietpreisbremse oder die Beschleunigung von Bauvorhaben nicht ausreichen. Weber-Moritz fordert umfangreichere Schritte zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählt der DMB unter anderem:

  • Präzisere und strengere Regeln zur Mietpreisbremse
  • Sanktionen bei überhöhten Mieten
  • Begrenzungen für Mieterhöhungen im Bestand
  • Einen zeitlich befristeten Mietenstopp
  • Die Abschaffung von Indexmieten
  • Einschränkungen bei möblierten Vermietungen
  • Strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen
  • Verbesserungen beim Kündigungsschutz sowie Maßnahmen, um Zwangsräumungen zu verhindern

Weitere wohnungspolitische Forderungen

Zusätzlich fordert der DMB eine stärkere Wohnungsbauförderung. Der Bestand an Sozialwohnungen solle bis 2030 verdoppelt werden. Außerdem sei aus Sicht des Verbands ein jährlicher Neubau von 60 000 bezahlbaren Mietwohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen notwendig.

Der DMB spricht sich zudem dafür aus, Wohnen als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern und spekulativen Entwicklungen auf Wohnungsmärkten regulierend entgegenzuwirken. Diese Einschätzungen und Forderungen sind Positionen des Verbandes.