Mieterbund: 1,4 Millionen Wohnungen fehlen

Der Deutsche Mieterbund hat den „Mietenreport 2026“ vorgelegt. Nach den Berechnungen des Verbands fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen.

Der Bestand an Sozialwohnungen ist den Angaben zufolge auf etwa eine Million gesunken. Das ist nach Darstellung des Verbands der bislang niedrigste erfasste Wert.

Der Report erscheint jährlich und soll die Lage der Mieterinnen und Mieter dokumentieren. Ihm zufolge wohnen 52,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zur Miete.

Ergebnisse der Befragung

Für den Bericht wurden Mieterinnen und Mieter befragt. 58 Prozent gaben an, ihre Wohnkosten seien deutlich zu hoch oder in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen.

Von dieser Gruppe konnte nach Angaben des Verbands mehr als die Hälfte weniger Geld für Rücklagen oder die Altersvorsorge zurücklegen. Jeder Vierte spart demnach bei gesunden Lebensmitteln, 15 Prozent sparen bei Ausgaben für die eigene Gesundheit, etwa bei Medikamenten oder Zahnersatz.

29 Prozent der Befragten äußerten die Sorge, die Miete künftig nicht mehr zahlen zu können. Die Zahlen nannte Verbandspräsidentin Melanie Weber-Moritz bei der Vorstellung des Berichts.

Forderungen an die Bundesregierung

Der Mieterbund erklärte, die Lage am Wohnungsmarkt entwickle sich zunehmend zu einer Frage des Sozialstaats. An die Bundesregierung richtet der Verband die Forderung, Mieten stärker zu begrenzen und den Bau von Sozialwohnungen auszuweiten.

Einordnung für Mieter

Die Angaben beruhen auf eigenen Berechnungen des Verbands und auf einer Befragung in seinem Auftrag. Eine amtliche Statistik zur Zahl fehlender Wohnungen gibt es nicht; je nach Methode kommen einzelne Institute zu abweichenden Ergebnissen.

Für die Höhe einer einzelnen Miete sind solche Gesamtzahlen nicht maßgeblich. Maßstab bleibt die ortsübliche Vergleichsmiete, wie sie der Mietspiegel der jeweiligen Stadt oder Gemeinde ausweist.

Wer eine Mieterhöhung erhält, kann anhand des örtlichen Mietspiegels prüfen, ob der geforderte Betrag im Rahmen der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Ein angespannter Wohnungsmarkt wirkt sich mittelbar aus, weil neu abgeschlossene Mietverträge in die Erhebung der Vergleichsmiete einfließen.

Wie sich der Wohnungsbestand weiterentwickelt, lässt sich an den Zahlen zu Baugenehmigungen und Fertigstellungen sowie an der Förderung des sozialen Wohnungsbaus ablesen. Beide Größen werden amtlich erfasst und regelmäßig veröffentlicht.