Der Berliner Mieterverein hat gefordert, die Mietpreisbremse strenger zu gestalten. Wibke Werner, die Geschäftsführerin des Vereins, erklärte im rbb24-Inforadio, dass die Mieten in Berlin in den letzten zehn Jahren beinahe doppelt so hoch geworden sind, obwohl die Regelung schon existiert. Werner führte an, dass es viele Ausnahmen gäbe, bei denen die Mietpreisbremse nicht angewendet wird. Dazu gehören Wohnungen in Neubauten ab 2014 oder möblierte Einheiten. Der Verein spricht sich dafür aus, diese Ausnahmen ganz abzuschaffen und mehr für die Mieter zu tun.
Mietpreisbremse in Berlin
Laut den aktuellen Gesetzen dürfen die Mieten in Berlin bei neuen Mietverträgen höchstens zehn Prozent über der üblichen Miete liegen. Aber Neubauten, modernisierte Wohnungen sowie befristete oder möblierte Mietverträge sind davon ausgenommen.
Die Mietpreisbremse gilt in ganz Deutschland, aber die Umsetzung und Kontrolle liegen bei den einzelnen Bundesländern. In Berlin ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen dafür zuständig.
Mietpreisprüfstelle meldet viele Verstöße
Seit März 2025 gibt es beim Berliner Senat eine Stelle, die Mietpreise prüft. Mieter können dort zu hohe Mietforderungen melden. Die Prüfstelle hat jetzt ihre erste Zwischenbilanz veröffentlicht.
Laut der Senatsverwaltung wurden im zweiten Quartal 2025 insgesamt 95 Mietverträge untersucht. In 93 Fällen gab es eine unzulässige Erhöhung über der üblichen Vergleichsmiete.
Verdacht auf überhöhte Mietpreise
In 61 dieser Fälle lag die Miete mindestens 50 Prozent über der üblichen Vergleichsmiete. Die Verwaltung teilte mit, dass in diesen Fällen der Verdacht auf überhöhte Mietpreise besteht. Ein besonders gravierender Fall stammt aus dem Jahr 2019.
Die Prüfstelle plant, ihre Arbeit fortzusetzen und weitere Fälle zu untersuchen. Ob und wie Vermieter bestraft werden, ist derzeit noch unklar.