Mietpreise steigen weiter: Stuttgart unter teuersten Städten

Die Mietpreise bei Neuvermietungen sind im vierten Quartal 2025 bundesweit gestiegen. Das geht aus dem GREIX-Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor. Auch in Baden-Württemberg zogen die Angebotsmieten an. Stuttgart zählt demnach zu den drei Städten mit den höchsten durchschnittlichen Kaltmieten in Deutschland.

Nach Angaben des Instituts lagen die verlangten Mieten Ende 2025 im Durchschnitt rund 4,5 Prozent höher als zu Jahresbeginn. In einzelnen Regionen fiel der Anstieg laut Studie deutlich stärker aus und lag teils über der allgemeinen Preisentwicklung.

Stuttgart auf Platz drei bei den Angebotsmieten

Die höchsten durchschnittlichen Kaltmieten wurden laut IfW in München ermittelt. Dort lagen sie Ende 2025 bei etwa 23,35 Euro pro Quadratmeter. Es folgten Frankfurt am Main mit durchschnittlich 17,36 Euro und Stuttgart mit 16,11 Euro pro Quadratmeter. Diese Werte lassen sich mit regionalen Informationen zur ortsüblichen Vergleichsmiete vergleichen, etwa dem Mietspiegel für Stuttgart.

Zum Vergleich: 2015 lag die durchschnittliche Kaltmiete in Stuttgart laut IfW noch bei knapp 11 Euro pro Quadratmeter. Bundesweit stiegen die Angebotsmieten im Vergleich zum Vorquartal um rund ein Prozent und erreichten im Durchschnitt 14,41 Euro pro Quadratmeter.

Überblick über Mietspiegel in Deutschland

Mietspiegel dienen als Orientierung über üblich vereinbarte Mieten in Städten und Gemeinden. Sie geben Auskunft über sogenannte ortsübliche Vergleichsmieten, die als Richtwerte auf lokalen Märkten verwendet werden können. Eine Übersicht über entsprechende Daten für zahlreiche Städte in Deutschland findet sich unter ortsübliche Vergleichsmieten.

Neben steigenden Preisen verzeichnet die Studie einen Rückgang der verfügbaren Wohnungsangebote. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Inserate bundesweit um rund sieben Prozent. In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen die Mietpreise im Quartalsvergleich, während das Angebot weiter zurückging.

Zunahme befristeter und möblierter Mietverträge

Ein weiterer Trend betrifft die Struktur der Angebote. Laut IfW entfällt inzwischen fast jede fünfte angebotene Mietwohnung in den acht größten deutschen Städten auf befristete oder möblierte Mietverhältnisse. Diese Angebote richten sich vor allem an eine kurzfristige Nutzung.

Das Institut sieht darin eine zusätzliche Einschränkung für Wohnungssuchende, da solche Mietverträge oft höhere Kosten verursachen und nur begrenzte Planungssicherheit bieten.

Belastung für bestimmte Gruppen

Das IfW weist darauf hin, dass die aktuelle Marktlage die Wohnungssuche erschwert. Besonders Menschen mit geringerem Einkommen sowie Personen in Ausbildung oder Studium stießen zunehmend an finanzielle Grenzen.

Auch ältere Wohnungssuchende berichten von Schwierigkeiten. Ein Rentner aus dem Rems-Murr-Kreis schilderte gegenüber dem SWR, dass er nach einer Kündigung wegen Eigenbedarfs rund ein Jahr lang eine neue Wohnung gesucht habe. Trotz zahlreicher Anzeigen hätten nur wenige Vermieter reagiert.

Wohnraummangel als zentrale Ursache

Als Hauptgrund für die steigenden Mieten nennt der Mieterbund Baden-Württemberg den Wohnraummangel. Dessen Landesvorsitzender Rolf Gaßmann erklärte gegenüber dem SWR, dass das Problem nicht auf Großstädte beschränkt sei. In Baden-Württemberg fehlten laut einer Studie nahezu 200.000 Wohnungen.

Der Mieterbund fordert vor diesem Hintergrund den Bau zusätzlicher Wohnungen sowie eine stärkere Förderung des öffentlichen Wohnungsbaus. Zudem kritisiert Gaßmann befristete und möblierte Mietverträge als mögliche Umgehung bestehender Mietpreisregelungen.

Datengrundlage des Mietpreisindex

Für den GREIX-Mietpreisindex wertet das Kieler Institut für Weltwirtschaft Daten von mehr als 100 Immobilienplattformen und Maklerwebseiten aus. Pro Quartal werden über 60.000 Wohnungsinserate aus 37 Städten und Regionen analysiert.

Die Ergebnisse sollen einen Überblick über die Entwicklung der Angebotsmieten bei Neuvermietungen in Deutschland geben.