Die Mieten und Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2025 erneut gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor. Während bundesweit sowohl Mieten als auch Kaufpreise zulegten, zeigt sich in Stuttgart ein vergleichsweise geringerer Anstieg – sowohl bei Neuvermietungen als auch beim Immobilienerwerb.
Laut IW erhöhten sich die Mieten im Vergleich zum zweiten Quartal 2024 um durchschnittlich 3,8 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 liegt der Anstieg bei 0,8 Prozent. Trotz der abgeschwächten Dynamik bleibt der Mietmarkt angespannt.
Mietanstiege regional unterschiedlich
Besonders stark fiel der Zuwachs bei den Angebotsmieten – also jenen Preisen, die bei Neuvermietungen gefordert werden – in Düsseldorf (+6,3 Prozent), Frankfurt (+6,2 Prozent) und Essen (+6,1 Prozent) aus. In Stuttgart (+2,2 Prozent) und Berlin (+0,6 Prozent) war die Entwicklung deutlich moderater. Der geringere Anstieg in Stuttgart steht laut IW im Zusammenhang mit einer bereits in den Vorjahren deutlich gestiegenen Mietdynamik.
Zwischen 2022 und 2025 legten die Mieten in Stuttgart laut der Untersuchung insbesondere in zentrumsnahen Lagen um bis zu 14 Prozent zu. In einem Umkreis von 30 bis 50 Kilometern rund um die Stadt stiegen die Mieten im gleichen Zeitraum im Durchschnitt um etwa 11 Prozent. Das IW verweist auf eine hohe Nachfrage nach Mietwohnungen bei gleichzeitig verhaltener Eigentumsbildung in der Region.
Aktuelle Mietpreise in großen Städten
Daten des Immobilienportals Immowelt zeigen, dass neu inserierte Mietwohnungen in Stuttgart im Durchschnitt 16,30 Euro/m² kosten. In Berlin liegt der Durchschnitt bei 16,90 Euro, in München bei 21,50 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 betrugen die Durchschnittspreise in Stuttgart 15,70 Euro, in Berlin 11,90 Euro und in München 19,60 Euro.
Ergänzend bietet der qualifizierte Mietspiegel Stuttgart detaillierte Informationen zur ortsüblichen Vergleichsmiete und Kappungsgrenze. Zusätzlich erklärt mietspiegeltabelle.de, welche gesetzlichen Regelungen für Mieterhöhungen in der Landeshauptstadt gelten.
Kaufpreise mit leichtem Aufwärtstrend
Auch beim Erwerb von Wohneigentum zeigt sich laut IW eine Preissteigerung. Eigentumswohnungen verteuerten sich deutschlandweit gegenüber dem Frühjahr 2024 um etwa zwei Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern fiel der Anstieg etwas stärker aus. Die Entwicklung wird als Zeichen einer moderaten Erholung des Kaufmarkts gewertet, nachdem dieser zuvor unter gestiegenen Bauzinsen gelitten hatte.
Das IW verweist auf Anzeichen für eine Stabilisierung: Käufer agierten zwar weiterhin preissensibel, jedoch führten steigende Einkommen und verbesserte Finanzierungsbedingungen dazu, dass wieder mehr Haushalte den Schritt ins Eigentum wagten. Auch eine insgesamt verbesserte Marktstimmung sei spürbar.
Geringste Preiszuwächse in Stuttgart
In den zehn größten deutschen Städten erhöhten sich die Kaufpreise im Jahresvergleich durchweg. Die stärksten Anstiege verzeichneten Essen (+7,2 Prozent) und Düsseldorf (+3,5 Prozent). In Stuttgart lag der Zuwachs bei lediglich 0,6 Prozent und damit am niedrigsten unter den betrachteten Städten.
Seit dem Höchststand im Jahr 2022 sind die Immobilienpreise in Stuttgart laut IW deutlich gesunken – teilweise um bis zu 20 Prozent in innenstadtnahen Lagen. Seit Mitte 2024 sei eine moderate Preissteigerung zu beobachten. Das Vorkrisenniveau werde dabei noch klar unterschritten.
Industrieentwicklung als möglicher Einflussfaktor
IW-Experte Pekka Sagner nennt strukturelle Veränderungen in der Industrie, insbesondere in der Automobilbranche, als möglichen Einfluss auf die Preisentwicklung in Stuttgart. Die Auswirkungen auf Arbeitsplatzsicherheit und Einkommen könnten laut Sagner die Immobiliennachfrage beeinflussen.
Weitere Angaben zur Preisentwicklung in deutschen Städten bietet die Übersicht zum aktuellen Mietspiegelvergleich. Laut Immowelt beträgt der durchschnittliche Kaufpreis für Wohneigentum in Stuttgart derzeit rund 5.800 Euro/m². In Berlin liegt er bei 5.200 Euro, in München bei 8.900 Euro.