Studenten-Mieten überschreiten erstmals 500-Euro-Marke

Die Wohnkosten für Studierende in Deutschland haben zu Beginn des Wintersemesters 2025/2026 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Moses Mendelssohn Instituts zahlen Studierende im Durchschnitt 505 Euro monatlich für ihre Unterkunft. Damit liegen die Kosten erstmals über der Marke von 500 Euro.

Im Vergleich zum Sommersemester mit 493 Euro bedeutet dies einen Anstieg um 2,4 Prozent. Gegenüber dem Wintersemester des Vorjahres stiegen die Ausgaben für Miete um 3,3 Prozent.

Regionale Unterschiede

Die Analyse umfasst 88 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden. Dabei zeigt sich eine deutliche Spreizung der Mietpreise:

  • Bayern: 603 Euro
  • Hamburg: 620 Euro
  • Berlin: 650 Euro
  • Sachsen-Anhalt: 350 Euro
  • Thüringen: 362 Euro
  • Sachsen: 377 Euro

Damit liegen die Wohnkosten in 70 von 88 untersuchten Städten bereits oberhalb der Wohnkostenpauschale im BAföG, die derzeit 380 Euro beträgt.

Verknüpfung mit lokalen Mietspiegeln

In Münster liegt der Mietspiegel bei etwa 13,54 €/m² für durchschnittliche Wohnungen.
In Heidelberg kostet eine 1-Zimmer-Wohnung im Schnitt rund 17,85 €/m².

Forderungen nach Anpassung

Stefan Brauckmann vom Moses Mendelssohn Institut erklärte, problematisch werde es, wenn die finanzielle Situation der Eltern entscheide, ob ein Studium an einem bestimmten Ort möglich sei. Er forderte, die staatliche Ausbildungsförderung BAföG zu erhöhen und den Kreis der Anspruchsberechtigten zu erweitern. Außerdem solle das Bundesprogramm „Junges Wohnen“ fortgeführt und ausgebaut werden.

Entwicklung der Mietpreise

Annegret Mülbaier von WG-Gesucht.de, das als Kooperationspartner die Erhebung unterstützt, berichtete, die Mietpreise für WG-Zimmer seien seit 2020 um etwa 21 Prozent gestiegen. Damit hätten sich die Mietkosten schneller entwickelt als die allgemeinen Lebenshaltungskosten.

Im Wintersemester 2024/2025 waren laut Statistik rund 2,86 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben.