Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im vierten Quartal 2025 weiter gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Wohnbarometer des Immobilienportals Immoscout24 hervor. Die Daten basieren auf den Angebotspreisen der inserierten Objekte und nicht auf realisierten Transaktionen, wie sie etwa das Statistische Bundesamt auswertet.
Immoscout24 veröffentlicht diese Auswertung regelmäßig und beschreibt damit die beobachteten Entwicklungen bei Kauf- und Mietpreisen. Die neuen Zahlen geben einen Überblick über die Preisentwicklung von Oktober bis Dezember 2025.
Anstieg bei Bestands- und Neubauwohnungen
Nach Angaben des Portals erhöhten sich die Angebotspreise für Bestandswohnungen im Bundesdurchschnitt im Quartalsvergleich um 1,0 Prozent auf 2574 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 entspricht dies einem Anstieg von 3,7 Prozent.
Auch Neubauwohnungen verzeichneten höhere Preise. Im Quartalsvergleich ergibt sich ein Plus von 0,9 Prozent, innerhalb eines Jahres ein Anstieg von 3,1 Prozent. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf ausgeschriebene Angebote auf dem Portal.
Uneinheitliche Entwicklung bei Häusern
Bei Bestandshäusern zeigt das Wohnbarometer im Quartalsvergleich ein leichtes Minus von 0,3 Prozent. Auf Jahressicht lagen die Angebotspreise jedoch 2,8 Prozent höher als Ende 2024. Für neue Einfamilienhäuser meldet Immoscout24 einen Anstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 2,0 Prozent im Jahresvergleich.
Damit verläuft die Entwicklung zwischen Bestands- und Neubauobjekten unterschiedlich, wobei die jährlichen Veränderungen in beiden Kategorien positiv ausfallen.
Höhere Nachfrage in Metropolen
Immoscout24 beobachtet besonders starke Aktivität in großen Städten. Geschäftsführerin Gesa Crockford erklärt, Kaufinteressierte orientierten sich verstärkt an Metropolen und kreisfreien Städten. Alle acht großen deutschen Metropolen – Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München – verzeichneten im Jahresvergleich Preissteigerungen bei Bestandswohnungen.
Im Jahresvergleich entfiel der stärkste Anstieg auf Berlin mit einem Plus von 5,2 Prozent. Dahinter folgten Leipzig mit 4,8 Prozent und Köln mit 4,3 Prozent. Am unteren Ende der Skala lagen Stuttgart mit 1,4 Prozent, Hamburg mit 1,8 Prozent und Düsseldorf mit 3,4 Prozent.
Neubaupreise in Metropolen
Bei Neubauwohnungen zum Kauf, deren Marktvolumen sich laut Immoscout24 aufgrund geringerer Bautätigkeit abgeschwächt hat, war Hamburg mit einem Plus von 5,6 Prozent im Jahresvergleich führend. Leipzig folgte mit 4,7 Prozent, Berlin mit 4,6 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf das vierte Quartal 2025.
Finanzierungsbedingungen und Zinsausblick
Die Erwartungen an sinkende Zinsen haben sich nach Einschätzung des Portals zuletzt abgeschwächt. Crockford erklärt, man rechne für 2026 mit einem Zinsniveau von knapp vier Prozent. Aus ihrer Sicht bleiben entsprechende Anforderungen an das Eigenkapital potenzieller Käufer bestehen.
Diese Einschätzung basiert auf Aussagen der Geschäftsführerin und stellt keine allgemeingültige Prognose dar.
Mietmarkt: Angebotsmieten weiter gestiegen
Auch die Angebotsmieten erhöhten sich im vierten Quartal 2025. Nach den Immoscout24-Daten stiegen die Mieten für Bestandswohnungen im Bundesschnitt um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf durchschnittlich 8,89 Euro pro Quadratmeter. Innerhalb eines Jahres ergibt sich ein Zuwachs von 3,7 Prozent.
Neubauwohnungen zur Miete kosteten im Durchschnitt 13,11 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Quartalsplus von 0,5 Prozent sowie einem Anstieg von 3,7 Prozent im Jahresvergleich.
Deutlichere Mietzuwächse in Großstädten
In mehreren Großstädten registriert das Portal besonders hohe Veränderungen bei Neubau-Mietpreisen. Köln lag laut Auswertung mit einem Plus von 6,8 Prozent im Jahresvergleich an der Spitze. Stuttgart folgte mit 5,3 Prozent. Düsseldorf und Leipzig meldeten jeweils Anstiege von 4,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal.
Auch die Entwicklung einzelner Städte zeigt deutliche Unterschiede bei Neuvermietungen und Bestandsmieten.
Rückgang der Nachfrage nach Mietwohnungen
Crockford führt aus, die Nachfrage nach Mietwohnungen sei zuletzt zurückgegangen. Ein Rückgang im Winter sei üblich, das Ausmaß liege jedoch über dem saisonalen Durchschnitt. Laut ihrer Aussage betrifft der Rückgang vor allem Haushalte mit niedrigerem Einkommen. Gründe dafür sieht sie in einer verhalteneren Wohnungssuche, die mit der Situation am Arbeitsmarkt zusammenhängen könne.
Diese Aussagen spiegeln die Einschätzung der Immoscout24-Geschäftsführerin wider und basieren nicht auf zusätzlichen externen Daten.