In Nordrhein-Westfalen ziehen die Preise für Mieten und Immobilien weiter an. Nach Daten des Statistischen Bundesamts verteuerten sich sowohl Wohnungen zur Miete als auch Wohneigentum in den vergangenen Monaten. Besonders in Städten mit vielen Studierenden ist bezahlbarer Wohnraum knapp.
Mietpreise in Hochschulstädten deutlich gestiegen
Laut dem Moses Mendelssohn Institut zahlen Studierende bundesweit im Durchschnitt mehr als 500 Euro Miete pro Monat. In Nordrhein-Westfalen liegt der Schnitt bei 474 Euro. In Düsseldorf und Köln werden für ein Zimmer oder Apartment im Mittel rund 600 Euro verlangt. Auch in Bonn liegen die monatlichen Kosten mit durchschnittlich 525 Euro über dem Bundesdurchschnitt.
In solchen Situationen kann ein Mietspiegel für Nordrhein-Westfalen als Orientierung dienen.
Zu Beginn des Sommersemesters lag der bundesweite Schnitt noch bei 493 Euro. Damit stiegen die Mieten um 2,4 Prozent. Im Vergleich zum vorherigen Wintersemester entspricht dies einem Plus von 3,3 Prozent.
Wenig günstiger Wohnraum für Studierende
Zum Start des neuen Semesters sind WG-Zimmer und kleine Apartments in Städten wie Köln besonders schwer zu finden. Das erschwert die Wohnungssuche für Studierende und Erstsemester. In Bielefeld sind die Mieten im Vergleich niedriger: Dort zahlen Studierende durchschnittlich 360 Euro monatlich.
Eine Alternative bieten Studentenwohnheime, deren Zahl in NRW jedoch begrenzt ist. Vor allem in Köln und Düsseldorf übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.
Preise für Wohneigentum steigen wieder
Nach einer Phase sinkender Immobilienpreise zwischen Ende 2022 und 2024 hat sich der Trend im Jahr 2025 umgekehrt. Im zweiten Quartal lagen die Preise für Wohnimmobilien bundesweit im Schnitt 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Gegenüber dem ersten Quartal betrug der Anstieg 1,1 Prozent.
In Köln und Düsseldorf verteuerten sich Eigentumswohnungen um durchschnittlich 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In ländlichen Regionen lag der Anstieg bei 3,6 Prozent. In Großstädten außerhalb der Top-7-Metropolen stiegen die Preise um etwa fünf Prozent. Ein- und Zweifamilienhäuser wurden dagegen leicht um 0,2 Prozent günstiger, bleiben aber auf hohem Preisniveau.
Baukosten, Zinsen und Wohnungsmarkt
Privaten und gewerblichen Bauherren bereiten laut Statistischem Bundesamt steigende Bau- und Materialkosten Probleme. Auch Handwerkerleistungen haben sich verteuert. Hinzu kommen Kreditzinsen, die weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt liegen.
Laut Schätzungen fehlen in Deutschland mehrere Hunderttausend Wohnungen. Das Ifo-Institut rechnet damit, dass im Jahr 2025 rund 205.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden.
Genehmigungen für Neubauten leicht gestiegen
Von Januar bis Juli 2025 wurden bundesweit 131.800 Neubauten oder Umbauten von Wohnungen genehmigt. Das waren 6,6 Prozent beziehungsweise 8.200 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ob diese Entwicklung ausreicht, um die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen, ist offen.
Zusätzliche Informationen zu regionalen Mietpreisen finden sich beispielsweise im Mietspiegel für Düsseldorf.