Mietspiegel Gera

Der nunmehr neunte Mietspiegel der thüringischen Stadt Gera ist seit dem 1. August 2017 gültig. Dieser kann als Download in digitaler Form abgerufen werden und liegt zudem im Stadt Service H35 aus. Dieser befindet sich in der Heinrichstraße 35. Es handelt sich hierbei um einen einfachen Mietspiegel, welcher die Preise für Wohnen in frei finanzierten Wohnungen sowohl für die Vermieter als auch für die Mieter transparenter machen soll. Sinn und Zweck des Mietspiegels ist es, beiden Parteien die Bewertung von Vergleichsmieten zu ersparen, Mieterhöhungen in unberechtigter Höhe vorzubeugen und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Sollte es dennoch zu einem Streit bezüglich der Miethöhe kommen, dient der Mietspiegel als Orientierungshilfe für die Entscheidungsfindung.

Für die Erstellung des Mietspiegels arbeitet die Stadtverwaltung mit Mieter- und Vermietervereinigungen eng zusammen. Erstmals hat die Stadt Gera 1992 einen Mietspiegel herausgegeben und dieses Instrument seither kontinuierlich qualifiziert und angepasst. Im entsprechenden Arbeitskreis sind neben dem Mieterschutzbund Gera und Umgebung e.V., ein geprüfter Sachverständiger für die Bewertung von Immobilien, die Stadtteilbüros Gera-Lusan und Bieblach, die GWB „Elstertal“, die TAG Wohnen & Service GmbH, Haus und Grund Gera e.V., die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Gera eG, die Geraer Wohnungsbaugesellschaft, die Wohnungsbaugenossenschaft „Glück Auf“ Gera eG, die Wohngenossenschaft „Neuer Weg“ eG und die Wohnungsbaugenossenschaft UNION eG vertreten.

So haben sich die Mietpreise in Gera entwickelt

Seit 2011 sind die Mietpreise in Wohnungen aller Größenordnung nur mäßig gestiegen. So kostete eine Wohnung mit einer Größe von bis zu 40 Quadratmetern 2011 je Quadratmeter fünf Euro. Dieser Preis ist bis 2015 stabil geblieben. Erst 2016 stiegen die Mietpreise auf 5,20 Euro je Quadratmeter, ein Jahr später um weitere 20 Cent auf 5,40 Euro pro Quadratmeter. Günstiger ist der Quadratmeterpreis bei größeren Wohnungen. So lag der Quadratmeterpreis für Wohnungen mit einer Größe von bis zu 80 Quadratmetern 2011 bei 4,60 Euro und stieg 2014 auf 4,70 Euro an. Ein weiterer Anstieg auf 4,80 Euro erfolgte 2015. Seit 2017 kosten Wohnungen in dieser Größenordnung fünf Euro pro Quadratmeter. Ähnlich ist die Situation bei Wohnungen mit einer Größe von bis zu 120 Quadratmetern. Diese kosteten 2011 noch 4,60 Euro je Quadratmeter, 2013 erfolgte ein Preisanstieg auf 4,80 Euro. 2015 sank der Quadratmeterpreis sogar auf 4,70 Euro, bevor er 2016 auf fünf Euro kletterte.

Am teuersten sind in Gera die Wohnungen mit weniger als 40 Quadratmetern, bei welchen der Quadratmeterpreis über fünf Euro liegt. Wer eine Wohnung mit einer Größe von 40 bis 60 Quadratmetern mietet, zahlt hingegen den niedrigsten Quadratmeterpreis. Die weitaus meisten Wohnungen werden in Gera in der Preisklasse zwischen 250 und 350 Euro Kaltmiete angeboten. Wohnungen mit einer Kaltmiete von 500 bis 600 Euro sind hingegen in Gera am schwierigsten zu finden.

Wohnung finden

Um die passende Wohnung zu finden, müssen die Wohnungssuchenden aber auch einen Blick auf den Stadtteil werfen. Denn die weitaus meisten Wohnungen mit zwei und drei Zimmern werden in der Innenstadt angeboten, während Ein-Zimmer-Appartements und Vier-Zimmer-Wohnungen schwieriger zu finden sind. Am größten ist das Angebot an Wohnungen mit drei Zimmern aber im Stadtteil Lunas, während in Schwitze das Angebot an Wohnungen mit zwei Zimmern am größten ist. Ein-Zimmer-Appartements sind in Pforten äußerst schwierig zu finden. Hier ist auch das Angebot an Wohnungen mit vier Zimmern äußerst Gering. Das gilt auch für die Stadtteile Bieblach, Zwötzen, Liebschwitz und Unternhaus. In diesem Stadtteil ist auch das Angebot an Ein-Zimmer-Appartements äußerst gering, ebenso wie in Zwötzen.

Bei den angegebenen Mietpreisen handelt es sich allerdings lediglich um Durchschnittswerte. Denn  die tatsächliche Höhe der Miete wird von verschiedenen weiteren Faktoren beeinflusst. Besteht eine gute Verkehrsanbindung oder eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur im Umfeld der Wohnung, fällt die Miete natürlich höher aus als wenn das nicht der Fall ist.