Mietspiegel Bayreuth

Wohnen in der östlichsten Stadt Deutschlands

Seine Nähe zum Bundesland Bayern – die Festspielstadt Bayreuth liegt nur rund eine Autostunde von Plauen entfernt – macht die Plauener Immobilienszene für Auswärtige ebenfalls interessant. Görlitz als östlichster Punkt Deutschlands direkt an der Grenze zu Polen (Lausitzer Neiße) steht dem Wohnkomfort mit seinen herrlichen Naherholungsgebieten vor der Tür und dem stabil entspannten Preisniveau bei Vermietungen aber in nichts nach.

Mietpreise in Plauen im Vergleich zu Bayreuth

Aktuell liegt der Preis pro m² im Schnitt bei 5,01 €. Das sind zwar 25 Cent mehr als in Plauen, ist verglichen mit dem bundesweiten Durchschnitt (8,79 €/m²) aber immer noch ein Schnäppchen. Auf Immowelt.de verfestigt sich dieser Eindruck. Im Preissegment von 250 – 300 € werden in der Stadt zurzeit 111 Mietwohnungen angeboten. Gestaffelt nach der Größe der Wohnung ergibt sich dann folgendes Preisbild.

Eine Wohnung bis zu 30 m² ist im Schnitt zu einem Quadratmeterpreis von 5,68 € erhältlich. Äußerst platzbedürftige Mietinteressenten können in Görlitz mit einem Wohnraum bis zu 100 m² zu einem Preis von 5,04 €/m² zufriedengestellt werden. Eine detaillierte Einsicht über die derzeitigen Mietverhältnisse in Görlitz erhält man auf Wohnungsbörse.net Auf dieser Website lässt sich die Preisentwicklung bis ins Jahr 2011 zurückverfolgen. Grenzt man seinen Blick auf die letzten drei Jahre ein, muss man zur Überraschung feststellen, dass die östlichste Stadt der Republik sogar zweitweise sinkende Preise aufweisen kann:

  • Wohnungen bis zu 30 m² waren 2016 für 6,38 €/m² im Schnitt auf dem Markt.
  • 4,97 €/m² musste man im Schnitt hinlegen, wenn man sich 2016 in eine bis zu 60 m² große Wohnung einmieten wollte.
  • Anders sieht die Sachlage bei den Wohnungen bis zu 100 m² aus: Hier folgt Görlitz dem allgemeinen Trend mit einem Plus von 24 Cent pro m² im Vergleich zum aktuellen Stand (März 2019)

Nicht nur hinsichtlich der Wohnungsgröße ergibt sich ein Preisgefälle. Zu berücksichtigen ist auch die Wohnlage. Königshufen führt die Hitliste der günstigsten städtischen Immobilien mit einem Preis von 4,29 €/m² an. Schlusslicht ist der Stadtteil Nikolaivorstadt mit derzeit 6,07 €/m².

Görlitzer werden leicht gemacht

Während in anderen Städten hitzige Debatten über eine Mietpreisbremse geführt würden, kann die Stadt am Rande des Riesengebirges nur müde über solche Vorschläge lächeln. Sie, das heißt die städtische Wohnbaugesellschaft KommWohnen Görlitz, hat Interessierte jeden Alters von Januar 2019 bis April 2020 wieder eingeladen für vier Wochen mietfrei in der Görlitzer Altstadt zu wohnen. Alleine oder mit bis ingesamt bis zu vier weiteren Teilnehmern. “Görlitzer werden” bewirbt die kommunale Wohnbaugesellschaft das Projekt, das sie schon 2016/2017 mit durchschlagendem Erfolg durchgeführt hat. Für die 56.000 Einwohner-Stadt im Dreiländereck liefert diese Echtzeit-Studie wichtige Erkenntnisse, um sich auf dem Wohnungsmarkt regional und überregional besser aufstellen zu können. Denn ein offizieller Mietspiegel existiert auch in Görlitz bislang nicht.

Der Einladung auf Probe in Görlitz zu wohnen sind dennoch viele Menschen gefolgt. Vor allem Mieter, die in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München zuhause sind, ließen sich auf dieses Experiment ein. Und mussten zur eigenen Verwunderung feststellen, dass die Lebensqualität in Görlitz viele deutsche Großstädte bei weitem übertrifft. Die repräsentative Abschlussbefragung durch KommWohnen ergab folgendes Bild:

  • Görlitz punktet mit einer imposanten und eindrucksvollen historischen Altstadtkulisse
  • Die Wege innerhalb der Stadt sind kurz und gut erreichbar. Dazu muss man wissen, dass die Probeteilnehmer in voll möblierten Gründerzeit-Wohnungen in der historischen Innenstadt untergebracht waren.
  • Besonders die gepflegten und weitläufigen Grünflächen der Stadt wurden gelobt
  • Trotz der historischen Bausubstanz kam die Helligkeit und die Größe der Wohnung gut zur Geltung.
  • Sauberkeit und Sicherheit spielten in der zentralen Lage eine große Rolle. Die Bewohner waren rundum zufrieden
  • Fast 40 Prozent konnten sich vorstellen ihren Wohnort zu wechseln und dauerhaft in Görlitz zu leben

Verbesserungsvorschläge wurden auch erfasst:

  • Es sollte mehr Grünflächen innerhalb des Wohnareals geben
  • Ein Aufzug, ohne den historischen Wert der Immobilien zu mindern, wäre für seniorengerechtes Wohnen wichtig
  • Ein Balkon wäre ein dicker Extrapluspunkt in der Innenstadt