Mietspiegel Pforzheim

Die 120.000-Einwohner-Stadt Pforzheim zählt zu jenen Kommunen, die einen qualifizierten Mietspiegel nach Paragraph 558d des Bürgerlichen Gesetzbuches erstellt haben. Die notwendigen Daten dafür haben die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Kommunale Statistik des Eigenbetriebs Wirtschaft- und Stadtmarketing erhoben und anschließend auch ausgewertet.

Den Aufwand, einen qualifizierten Mietspiegel zu erstellen, sparen sich viele Städte und Gemeinden in Deutschland aus gutem Grund. Denn sofern sich eine Kommune entscheidet, einen qualifizierten Mietspiegel zu erstellen, muss dies in einem Turnus von zwei Jahren erstellt werden. Außerdem reicht es nicht aus, dass dieser Mietspiegel nur von der Kommune anerkannt wird. Denn es ist notwendig, dass dieser auch von den Interessenvertretungen der Vermieter und der Mieter anerkannt werden. Nur dann hat er Gültigkeit und ist rechtssicher. In einem qualifizierten Mietspiegel muss ferner auch eine Vielzahl von Kriterien berücksichtigt werden, etwa das Baujahr und die Ausstattung der Immobilie. Dem gegenüber steht der Vorteil, dass sich sowohl Vermieter als auch Mieter an diesem orientieren können und somit eine Rechtssicherheit besteht. Dadurch werden unnötige Rechtsstreitigkeiten, ob die Höhe der Miete auch wirklich gerechtfertigt ist, schon im Vorfeld ausgeräumt.

Wie sich die Mieten in Pforzheim entwickelt haben

Bezüglich der Mieten liegt Pforzheim sowohl unter dem Landes- als auch dem Bundesdurchschnitt. Der Quadratmeterpreis für eine 30 Quadratmeter große Wohnung liegt beispielsweise in Pforzheim bei 10,80 Euro, in Baden-Württemberg bei 13,98 Euro und deutschlandweit bei 11,34 Euro. Wesentlich günstiger ist der Quadratmeter für eine 60 Quadratmeter große Wohnung, der in Pforzheim 8,55 Euro kostet. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 10,57 Euro, der bundesweite Schnitt bei 7,72 Euro. Noch günstiger ist für die Mieter das Wohnen in einer 100 Quadratmeter großen Wohnung. Dafür zahlen sie in Pforzheim nämlich lediglich 8,11 Euro je Quadratmeter, in Baden-Württemberg dagegen bereits 9,95 Euro und im bundesweiten Durchschnitt 9,03 Euro.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Mieten in Pforzheim seit 2011 kontinuierlich angestiegen sind, wobei es bei Wohnungen mit einer Größe von 30 Quadratmetern die größten Schwankungen gab. Hier lag der Quadratmeterpreis 2011 und 2012 noch bei etwas über 7,50 Euro und stieg 2013 auf rund 8,50 Euro an. Der größte Preisanstieg lässt sich in diesem Segment 2015 feststellen, als die Wohnungen bereits nahezu zehn Euro pro Quadratmeter kosteten. In den folgenden Jahren steigt das Preisniveau kontinuierlich an.

Ein kontinuierlicher Anstieg lässt sich auch bei Wohnungen mit einer Größe von 60 und 100 Quadratmetern feststellen. Hier lag der Quadratmeterpreis 2011 noch bei sechs Euro beziehungsweise knapp darüber.

Die mit Abstand beliebtesten Stadtteile bei Mietern sind übrigens die Südweststadt, die Südoststadt, die Oststadt, die Weststadt, die Nordstadt und Buckenberg. Dort müssen die Mieter pro Quadratmeter deutlich mehr als neun, teilweise sogar mehr als zehn Euro je Quadratmeter zahlen. Besonders günstig ist der Wohnraum dagegen im Stadtteil Würm, wo der Quadratmeter lediglich 7,66 Euro kostet.

Häuser

Auch Häuser lassen sich in Pforzheim billiger anmieten als im Rest Baden-Württembergs oder deutschlandweit. So liegt der Quadratmeterpreis für ein 150 Quadratmeter großes Haus in Pforzheim bei 8,26 Euro, während der baden-württembergische Landesdurchschnitt bei 8,99 Euro liegt, deutschlandweit bei 9,06 Euro. Noch günstiger kommen Mieter, die sich für ein Haus mit einer Größe von 200 Quadratmetern entscheiden. Sie zahlen in Pforzheim 7,41 Euro je Quadratmeter. Der baden-württembergische Landesdurchschnitt liegt bei 9,39 Euro, der bundesweite Durchschnitt bei 9,43 Euro.

Während die Mietpreise für Häuser mit einer Größe von 150 Quadratmetern relativ kontinuierlich anstiegen, gab es bei Häusern mit 100 und 200 Quadratmetern in den vergangenen Jahren größere Schwankungen. So lagen die Mieten für 100-Quadratmeter-Häuser 2016 auf einem Rekord-Hoch von zehn Euro, bevor die Preise wieder sanken. Sehr groß waren dagegen die Schwankungen bei Häusern mit 200 Quadratmetern: Hier lag der Quadratmeterpreis 2011 bei rund 8,50 Euro und sank im folgenden Jahr auf fünf Euro ab, bevor er 2014 ein Hoch von über neun Euro erreichte.